VOLLMER CONSULTING

 

Dr. Marianne Vollmer

und Team

Dr. Marianne Vollmer

Dipl. Psychologin

Wirtschaftspsychologie

Der Erfolg hat viele Väter...

Attribution


Sind Frauen weniger an Führungspositionen interessiert
- nur eine Marketingstrategie
oder mehr?

 

Die Vermutung, Frauen seien weniger an Führungspositionen interessiert, hält sich hartnäckig – und wird nicht selten von Frauen selbst bestätigt. Beobachtungen in der Umgebung, stereotype Wahrnehmungen und schließlich der Umgang mit Erfolg oder Mißerfolg tragen mit dazu bei, die Chancen von Frauen auf anspruchsvolle Führungspositionen zu schmälern. Die Gründe dafür werden von zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen dargelegt. Vorgesetzte und selbstverständlich die Frauen selbst sollten diese kennen.

 

I. Die Erfahrungen der Frauen

 

Wenn Frauen nach den Mechanismen der Beförderung gefragt werden, sehen sie beruflichen Erfolg häufiger im Zusammenhang mit „externen Faktoren“. Viele haben die Erfahrung gemacht, daß sie dem Vorgesetzten gegenüber mehr als einmal mit Nachdruck verdeutlichen mußten, daß sie an einer Führungsposition interessiert seien. Andere berichten davon, daß sie außergewöhnlich viel Zeit in tragfähige und stabile persönliche Beziehungen investiert haben, um so eine Chance auf den ersehnten Aufstieg zu haben. Teilweise ist den Frauen zuzustimmen; es gibt genügend Vorgesetzte mit stereotypen Bildern im Kopf, denen zufolge „Frau und Führungsposition“ nicht zusammengehören. Diese von "neuen" Bildern zu überzeugen, ist oftmals nicht leicht.

II. Erklärungsversuche

 

Zufriedenheit und Erfolg im Beruf sind von der Anpassung unserer Persönlichkeit an die berufliche Umgebung beeinflußt.

Diese Anpassung schließt die Entwicklung unseres Selbstkonzepts, unserer Interessen und Werte mit ein und umfaßt z.B. auch die Art und Weise, wie wir unsere beruflichen Chancen einschätzen oder welchen Nutzen wir daraus ziehen. Bei der Entwicklung des Selbstkonzepts und damit auch bei der Entwicklung des Selbstwertgefühls spielt die "Ursachenzuschreibung" eine entscheidende Rolle.

Wissenschaftliche Untersuchungen, aber auch Alltagsbeobachtungen zeigen, daß Frauen und Männer mehrheitlich andere Gründe für ihren beruflichen Erfolg anführen. Männer beziehen Erfolg häufiger auf ihre Fähigkeiten (Qualifikation, Können, persönliche Erfahrungen, Einsatzbereitschaft, etc.), während
Frauen eher externe Gründe als ausschlaggebend für den beruflichen Erfolg ansehen (Glück, günstige Konstellation, Zufall, etc.). Bei Mißerfolg zeigt sich ein umgekehrtes Schema: Männer verbinden die Ursache von Mißerfolg häufiger mit externen Faktoren, unerwarteten Situationen wie z.B. „zu hohe Ansprüche“ oder „Druck von außen“. Frauen beziehen den Mißerfolg häufiger auf das eigene Tun (z.B. „nicht genügend angestrengt“).

Erklärbar sind diese unterschiedlichen Ursachenzuschreibungen mit den Erwartungen, die an Frauen bzw. Männer gerichtet sind. Bedingt durch weibliche Geschlechtsstereotype wird bei Frauen eine geringere Erfolgswahrscheinlichkeit (dementsprechend geringe Leistung, Durchsetzungsfähigkeit, Führungskompetenz) erwartet. Das heißt, Erfolg bei Frauen widerspricht der (stereotypen) Erwartungshaltung.
Wenn Frauen erfolgreich gewesen sind, kann somit nur der Zufall (oder andere externe Umstände) dafür verantwortlich sein. Bei Männern wird eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit (hohe Durchsetzungsfähigkeit, Überlegenheits- und Dominanzstreben) erwartet, folglich stimmt Erfolg mit den Erwartungen überein. Unter diesen Voraussetzungen wird Erfolg in jedem Falle wahrgenommen, sogar dann, wenn er gar nicht eingetroffen ist. 

III. Die Wahrnehmung von beruflichem Erfolg

Die traditionellen Rollenbilder und Erwartungen, wie sie durch Erziehung und Sozialisation vorgegeben werden, führen bei Frauen zu einer geringen Antizipation von Erfolg. Wenn es also um den beruflichen Aufstieg geht, erwarten Frauen von Anfang an weniger als Männer. Die Folge ist eine Verkleinerung des beruflichen Selbstwertgefühls. Ist dies eingetreten, reagieren Frauen mit Rückzug und suchen die Bestätigung ihrer Kompetenzen in anderen Bereichen, wo sie „die Regeln kennen“. Zum Beispiel in klassischen Frauenberufen oder in der Familie. Dadurch schließen sie selbst einen nicht zu unterschätzenden Teil ihrer beruflichen Entwicklungschancen aus, wodurch sie ihre Chancen und Selbstwirksamkeit für den beruflichen Aufstieg weiterhin verringern, was wiederum zur Senkung ihres Selbstwertgefühls und zur Stabilisierung der bekannten, alt hergebrachten Rollenbilder führt.

Männer werden solchen Mechanismen nicht ausgesetzt. Geschlechtsstereotype bestätigen bei ihnen die Wahrscheinlichkeit von Erfolg in Verbindung mit eigenen Fähigkeiten. Sie konzentrieren sich auf das eigene Können, von dem sie überzeugt sind, was dann tatsächlich zum Erfolg führt. Eine Volksweisheit faßt das mit dem Satz zusammen: „Frauen müssen beweisen, daß sie es können; Männer müssen beweisen, daß sie es nicht können.“

IV. Empfehlungen

 

Frauen wie auch Männern ist es zu empfehlen, sich ganz bewußt von den im Beruf wirksamen Geschlechtsstereotypen zu verabschieden, weil diese nur Chancenungleichheit bewirken. Frauen ist zu empfehlen, sich mehr auf das eigene Selbst zu konzentrieren. Dazu gibt es in der psychologischen Praxis eine Reihe von Techniken zum Aufbau sozialer Kompetenz (Selbstsicherheitstraining, Assertives-Training, Einstellungsänderungstechniken), die ihre Wirksamkeit vielfach nachgewiesen haben.

Hier einige mögliche Empfehlungen:

· „Realitätsprüfung“ intensivieren: Konkrete „Erfolg/Mißerfolg“ - Situationen analysieren und die Ursachen vom Erfolg/Mißerfolg identifizieren: Welche Wahrnehmungen, Erwartungen und Verhaltensstrategien haben zu dem Ergebnis geführt? Welche Konsequenzen hat die Situation auf das Selbstwertgefühl?

· Selbstwerterhöhung: Sich auf die positiven Aspekte der gegenwärtigen Erfahrungen konzentrieren, die mit Erfolg verbunden sind; eigene Fähigkeiten herausfinden.

·  Wahrnehmung des Selbst intensivieren: Eigene Emotionen und ihre Auswirkungen aufspüren.

· Die Wirksamkeit des Selbst erhöhen: Eigene Ansprüche an sich selbst formulieren, verbalisieren; Übernahme von Verantwortungsaufgaben und Realisierung dieser Aufgaben; Verstärkung von Aktivitäten, die Erfolg bestätigen.


Diese Übungen verlangen Zeit und konsequente Durchführung.

Männern (Kollegen/Vorgesetzten) wird empfohlen, solche Übungen aus der Perspektive der Fremdwahrnehmung durchzuführen.
Die ideale Bedingung: Frauen und Männer setzen sich zusammen und tauschen ihre Erfahrungen aus.

 

Autorin: Dr. Marianne Vollmer © alle Rechte vorbehalten.

 

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